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ZEITung FÜR HEIMAT

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Geschichten aus dem Unbezahlbarland, Liebe Leserinnen und Leser, sind Sie Frühaufsteher? Wenn ja, dann haben Sie hier im Unbezahlbarland die Chance, morgens als erste Menschen in Deutschland die Sonne zu sehen. Das mag für viele Außenstehende einzigartig klingen. Für uns ist es selbstverständlich.

15Grad-OstBlog 20

15Grad-OstBlog 20 ZEITung FÜR HEIMAT ZEITung FÜR HEIMAT 21 15Grad-OstBlog Tobias‘ Reisetagebuch Tag 1: Lausche Es brennt in den Waden, als es am Skilift vorbei durch eine grüne „Hölle“ steil bergauf geht. Schweigend und schwer atmend geht es den Berg hoch. Schritt für Schritt. Es wird still, man hört nur die Vögel zwitschern und den Wald rauschen. Es braucht nicht viel, um ganz bei sich zu sein. Tag 2: Sud Ost Ein gebürtiger Hesse, in Bayern studiert, in Franken gearbeitet und vor 20 Jahren nach Görlitz gekommen. „Grenzen fangen im Kopf an und hören auf der Landkarte auf", sagt Matthias schmunzelnd. Ein bunter Hund, der sich mit den eigenen Biersorten selbst verwirklicht. Grinsend schenkt er mir ein Probierglas seiner neuesten Bier-Kreation ein, welche Ende Juni herauskommt. 15Grad-OstBlog Die Reise durch das Unbezahlbarland Aus dem tiefen Westen in den östlichsten sächsischen Landkreis: Für den Journalisten Tobias Rieger aus Stuttgart ging es im Sommer 2021 in Richtung 15. Breitengrad, genauer gesagt in die Oberlausitz. Drei Wochen lang war der Stuttgarter unterwegs, tauschte das laute Großstadtleben in der schwäbischen Metropole gegen idyllisches Landleben im Landkreis Görlitz. Zwischen Reiseziel und Heimatstadt liegen nur sechs Breitengrade. Eigentlich nicht viel. Und doch ist dort so einiges anders, wie er selbst sagt. Er wollte eintauchen in diese vermeintlich andere Welt. Er hatte sich vorgenommen, das Unbezahlbarland zu entdecken und zu erkunden, wie Einheimische hier leben. In seinem 15Grad-Ostblog hielt er die Erlebnisse, Begegnungen und Gefühle seiner Reise fest. Tag 3: Familienunternehmen Kunze, Kollm Mein Blick schweift zum nebenan liegenden Quitzdorfer Stausee. Die Sonne glitzert auf dem Wasser, die leichte Brise wiegt sanft das Schilf, Bötchen dümpeln am Steg. Die älteste Bewohnerin im Haus von Kollm ist 101 Jahre alt. Sie könnte einfach die Türe öffnen und zu Fuß zum See rüber gehen. Jeden Tag. Manchmal liegt das Glück ganz in der Nähe. Tag 4: Herrnhuter Sterne Ich kann meinen eigenen Herrnhuter Stern bauen. Sieht total leicht aus, denke ich und scheitere bereits am einfachsten Arbeitsschritt kläglich: aus einem vorgeschnittenen Papier einen sauberen Zylinder zu drehen und zu kleben. Ross Anthony war mal da, der hat es besser hinbekommen, foppt mich Silke, um mir danach einen Crash-Kurs in Mathematik zu verpassen. Denn die Spitzen der Sterne sind das eine, das andere ist der Rhombenkuboktaeder. An dem Tag habe ich in Mathe gefehlt, versuche ich mich rauszuwinden. Tag 5: König Fußball SV Ludwigsdorf 48 „Abschlussspiel“, ruft Lars. Als hätte jemand in einen Bienenstock gestochert, die Bambinis explodieren in alle Richtungen. Jogi Löw würde rufen: „Position, Leroy! Rausschieben, Mats! Högschde Disziplin, Toni!“ Lars coacht: „Ja, toll Mia. Weiter so, Paul.“ Abpfiff im Stadion. Die Südtribüne bekommt es im Rausch des Plauschs fast nicht mit. 20 abgekämpfte, aber zufriedene Kinder trotten zu ihren Eltern. Tim, Paul Levi, Mia, Alfred & Co. – man sollte sich die Namen merken, es könnten die Ronaldos und Mbappés von übermorgen sein.